Veröffentlicht am Sa., 14. Mär. 2020 22:12 Uhr

Religiöse Veranstaltungen werden aufgrund der Corona-Pandemie verboten. Das geht aus den Leitlinien hervor, die die Bundesregierung und die Regierungschefs der Bundesländer am Montag, den 16.3.2020 für ein einheitliches Vorgehen vereinbart haben. Darin heißt es unter anderem, dass "Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften" zu verbieten sind.

Die Pröpstin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christina-Maria Bammel, kommentiert: „Wir sind für Seelsorge, Gebet und Gespräch da. Auf allen möglichen Kanälen und Wegen. Wir bleiben erreichbar.“

Die überwiegende Mehrheit der Kirchen hatte bereits am vergangenen Wochenende Gottesdienste oder andere Veranstaltungen aufgrund der Ansteckungsgefahr abgesagt. Dass an manchen Orten aber immer noch Gottesdienste stattfanden, stieß auf harsche Kritik unter anderem beim Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock.

Laut den von Bund und Ländern vereinbarten Leitlinien sollen auch Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeitveranstaltungen verboten werden genauso wie Angebote in Volkshochschulen, Musikschulen oder anderen Bildungseinrichtungen. Die normalen Schulen sind in den meisten Bundesländern bereits geschlossen oder werden es in den nächsten Tagen.

Die Leitlinien unterstreichen zudem, welche Läden nicht geschlossen werden sollen, darunter der Lebensmitteleinzelhandel, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Frisöre, Reinigungen, Baumärkte und weitere. Für diese Bereiche sollen auf Empfehlung von Bund und Ländern sogar "Sonntagsverkaufsverbote bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt werden". Bars, Kneipen, Kultureinrichtungen, Prostitutionsstätten und Sporteinrichtungen sollen dagegen schließen.
(Text der EKBO mit Hilfe von epd)

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„Auch wenn wir keinen Gottesdienst zusammen feiern, können wir füreinander da sein“, sagte Bischof Christian Stäblein. Radio- und Fernsehgottesdienste, seelsorgende Telefonketten und Gebet seien gute Möglichkeiten, zueinander Kontakt zu halten. „Kirchengemeinden müssen gerade jetzt Netzwerke der Nächstenliebe sein“, betonte Bischof Stäblein.

"Unser Gottesdienst besteht darin, gerade nicht sozial auf Abstand zu gehen, sondern einander zu helfen – Hilfe bei der Betreuung, ein offenes Ohr für die Sorgen derer, die sich um Angehörige kümmern oder sich um die eigene Sicherheit sorgen. Tätige Unterstützung. Auch das ist Gottesdienst. Teilen wir miteinander, wie unser Gottesdienst zur Zeit aussehen kann und wie Gott uns dient unter #wirsindda", sagte Pröpstin Christina-Maria Bammel.

Einrichtungen der Obdachlosen- und Kältehilfe

sollen nach Möglichkeit vorgehalten werden. „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ – mit diesem biblischen Wort plädierte Pröpstin Bammel dafür, dass niemand allein gelassen werden solle, schon gar nicht in Krisen- und Krankheitsfällen.


Pröpstin Christina-Maria Bammel informiert zum Umgang mit Trauerfeiern und Beerdigungen für den Sprengel Berlin. (Stand: Sonntag, 15.03.2020)

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Foto: pixabay.com


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